Jonas Wollenberg

„Arbeit macht frei“, prangt in eisernen Lettern mittig des Eingangs.Ein weiteres Schild mit der Aufschrift:
„Es gibt einen Weg zur Freiheit, seine Meilensteine heißen: Gehorsam, Fleiß, Ehrlichkeit, Ordnung, Sauberkeit, Nüchternheit, Wahrhaftigkeit, Opfersinn und Liebe zum Vaterlande!“
  Erschreckend für mich war die nüchterne Kälte, die von all dem ausging.Grausam die Offensichtlichkeit des Zwecks dieser Anlage, der einem sofort bewusst war.
  Zwischen der Fülle dieses Leids, stachen auch immer wieder tragische Einzelgeschichten hervor, wie etwa die des Häftlings, dem ein SS-Blockführer seine Mütze abgenommen hatte und über eine Postenkette geworfen hatte. Als dieser dem Befehl die Mütze zurückzuholen nachgekommen war, hatte man ihn „auf der Flucht“ erschossen.
  Wie leidvoll muss jede einzelne Stunde gewesen sein. Selbst beim Schlafen, zu dem die Häftlinge eingesperrt in Baracken, oft zu dritt in einem Bett schlafen mussten, dessen Platz nicht mal einem genügt hätte, war alles voller Dreck und Ungeziefer.Umso bemerkenswerter war die Willenskraft der wenigen Überlebenden.Ich persönlich halte den Besuch für eine unumgängliche Erfahrung, das Vergangene ansatzweise nachvollziehen zu können.

Text von Jonas Wollenberg, 3. Semester, Abiturjahrgang 2014/2015
Fotos: Privat

 

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Kerem Dalgali

Am 27. 11.2014 besuchten die Grundkurse Geschichte von Frau Seyferth und Frau Reiche gemeinsam die Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen, welche nördlich von Berlin liegt und von 1936 bis 1945 als Konzentrationslager der Nationalsozialisten genutzt wurde.

Obwohl die Anfahrt dorthin sehr lang war, konnte sie dank eines Zeitplanes und einer ausführlichen Wegbeschreibung, die uns von den Lehrern ausgehändigt wurden, bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln des Regionalverkehrs bewältigt werden.

Der erste Teil der Exkursion fand in Form einer Präsentation über die Entstehungshistorie und wichtigen Fakten über die weitere Entwicklung des Konzentrationslagers der Nationalsozialisten statt. Dieser Vortrag war sehr informativ und regte durch Ironie und Vortragsweise unseres kompetenten Führers zum aufmerksamen Zuhören an. Nach dem wir auf die folgende Führung bzw. das anschließende Programm eingestimmt wurden, wurden wir in Gruppen eingeteilt, um so Informationen zu bestimmten Themen aus den Ausstellungen zu entnehmen und diese anschließend vorzutragen. Mit dieser Art der Gruppenarbeit während einer Exkursion waren viele nicht vertraut.

Die anfängliche Skepsis legte sich dann aber im Laufe der Bearbeitung der Aufgaben und die Gruppen arbeiteten produktiv und präsentierten ihre Ergebnisse in interessanten kurzen Vorträgen. Die abschließende Führung durch die Freiluftausstellung verlief aufgrund des sehr unangenehmen Wetters weniger gemütlich.

Letztendlich war die Exkursion in die Gedenkstätte Sachsenhausen in dieser Ausführung sehr sinnvoll, da man einen anderen Einblick in die aus der heutigen kaum zu fassende Zeit des Nationalsozialismus als den theoretischen in der Schule bekommen hatte.


Text von Kerem Dalgali