Obwohl Kurt Tucholsky sagte: „Erfahrungen vererben sich nicht – jeder muss sie allein machen“, können wir uns dennoch die Erfahrungen anderer anhören und versuchen, Lehren daraus zu ziehen.

Sebastian Weise war Schüler des Leonardo da Vinci Gymnasiums und hat seine Schulzeit 2005 mit dem Abitur abgeschlossen. Anschließend ging er erst nach England und dann in die USA, um dort Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Rückblickend schätzt er seine Schulzeit an der LdV ein und gibt wertvolle Hinweise:

Ich möchte an dieser Stelle gerne die Frage in Bezug auf das deutsche Schulsystem und meine „preparedness“ für mein Studium mit meinen Erfahrungen beantworten. Ich möchte in diesem Sinne zunächst meine Erfahrungen mit der amerikanischen und der anglosächsische Methodologie schildern:

Im Vergleich mit meiner Uni in England (Lancaster University) ist das Studium an der University of Iowa sehr viel mehr Praxis orientiert. Sicherlich hängt das letztlich vom Professor ab, aber im Generellen werden Theorien hier weniger betont und eher deren Resultate aktiv eingesetzt. In beiden Unis sind „Hausaufgaben“ meist ebensowichtig wie Exams, d.h. dass die Endnote auch von aktiver Mitarbeit während des gesamten Semesters abhängt. Hier in den USA habe ich fast in allen Kursen Teams, mit denen ich zusammen über das gesamte Jahr an Projekten arbeite. Meine Freunde in England haben mir berichtet, dass dort im zweiten Jahr viele Essays anliegen und die Arbeitsleistung sehr hoch sein soll. Entgegen meinen Vorstellungen sehe ich das Studium in England viel ähnlicher zu einem Studium an einer deutschen Uni.

Sebastian Weise Ich muss sagen, dass ich im ersten Jahr durch kontinuierliche, harte Arbeit erfolgreich war. Der LdV stelle ich hierbei ein gemischtes Zeugnis aus:

Die LdV bereitete mich schlecht auf ein Wirtschaftsstudium vor: Viele meiner englischen Kollegen habe bereits Economics in ihrer sekundären Bildungsstufe unterrichtet bekommen. Was Schüler im Englisch-Unterricht über Bewerbungen in english lernen, ist von der Realität im englischen Raum entfernt.

Sebastian Weise

Auf der anderen Seite muss ich die Arbeit der LdV loben, weil ich gerade durch meine mathematischen Kenntnisse punkten konnte. Ich denke dass die Kritik am deutschen Schulsystem relativiert werden sollte. Im Vergleich mit meinen amerikanischen und englischen Kollegen kann meine deutsche Schulausbildung auf jeden Fall mithalten. Insgesamt bereitet mich der theoretische Fokus gut auf mein Studium vor.

Die LdV muss auf jeden Fall ihre Bemühungen weiter international zu werden verstärken (z.B. Schüleraustausche und Besuche; Kooperationen). Ich denke, dass die LdV mit einem solchen Fokus in einer guten Position sein wird in der Zukunft weiterhin erfolgreich zu sein. Den Schülern sollte die Dimension einer globalisierten Welt gut klar gemacht werden. In Zukunft wird dieser Prozess weiter zunehmen und je früher die Schüler dieses „internationale“ Verständnis erhalten, desto erfolgreicher werden sie sein.

Ich hoffe, dass dies die Frage beantworten kann. Ich bin sehr interessiert an diesem Thema (dieser Suche nach der Zukunft, den alle Schüler durchlaufen, und wie man Ihnen helfen kann) und will meiner Schule, der LdV, gerne weiterhelfen. Ich bin auch gern bereit, Schülern zu berichten.

Nach meiner Meinung kommt es letztlich immer noch auf das Individuum an und die Bereitwilligkeit Einsatz zu zeigen. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Schüler, der ein Ziel hat, diese Bereitschaft aufbauen kann.

Sebastian