Mittwoch, 14. Oktober 2009: Kräftige Trommelschläge hallten vom Musikbereich durch die Flure unserer Schule, aus dem Kunstraum war ein leises Pinselstreichen auf Reispapier zu vernehmen.

Ganz unterschiedliche Geräusche waren an dem Projekttag der „Berlin Asia Road Show“ zu hören. Im Rahmen der Asia-Pazifik-Wochen kamen Künstlerinnen und Künstler aus Korea, Kambodscha und Australien und arbeiteten mit Schülern aus dem 8. bis 11. Jahrgang in fünf Workshops einen Tag lang in verschiedenen künstlerischen Bereichen.

So konnten unsere Schüler auf eine sehr praktische Art asiatische Kultur kennen lernen. Byong Oh Cho, Kalligraphiemeister aus Korea, unterrichtete unsere Chinesisch-Schüler in der Kunst der Kalligraphie. Sie malten Sprichwörter auf lange Reispapierbänder und bauten Laternen, auf denen sie kalligraphische Zeichen setzten. Koreanische und kambodschanische Musiker trommelten und musizierten mit den Schülern auf mitgebrachten Originalinstrumenten.

In der Aula trainierten die Schüler mit Artisten aus Kambodscha Salto, Rad schlagen und Jonglieren mit farbigen Bällen. Und die 8.4. stellte mit der australischen Künstlerin Rosemarie Joy ein ganzes Geräuschorchester zusammen. Kleine Objekte, die unterschiedliche Geräusche erzeugen, hielten sie den Zuhörern ans Ohr und überraschten mit einem ganz leisen, aber feinen vielstimmigen Geräuscheklang. Am Ende des Projekttages wurden die Ergebnisse der Workshops einem begeisterten Publikum vorgeführt.

Die Klasse 9.5 hatte am selben Tag die Gelegenheit, im Haus der Kulturen der Welt an einem Workshop teilzunehmen. Der Künstler Qui Zhijie, dessen Ausstellung „Götzendämmerung“ die Grundlage für das praktische Arbeiten bildete, leitete den Workshop persönlich. So entstanden mittels der Drucktechnik Frottage grafische Abbilder verschiedener Reliefformen der großen Brücke über den Yangtse. Diese Abformungen standen in unmittelbarem Zusammenhang mit den Installationen des Künstlers und spiegelten den ambivalenten Charakter der Nanjing-Yangtse-Brücke wieder.

Stefan Neuhaus