Die Schülerinnen und Schüler des DS Wahlpflichtkurses 10 arbeiten in diesem Jahr an einem Projekt, in dem es direkt um ihr Wohnumfeld geht.

Wir erkunden von der Route des M44 bis zur Eisdiele „Moin, Moin“ in Groß Ziethen die Wege und die Örtlichkeiten, die unseren Alltag ausmachen. Dann entscheiden wir uns genauer für e i n e Straße, die wir erforschen. Wie es weitergeht, kann man der Projektbeschreibung entnehmen.

„Meine Schule ist die Straße“ bringt Schule und Nachbarschaft in einen aktiven Austausch, setzt sich mit den Bedürfnissen von Menschen verschiedener Generationen, Nationalitäten und Hintergründe auseinander und fördert Verantwortung und Verbindlichkeit für einen fremden Ort und unbekannte Menschen. Das Projekt verbindet Alltags- und Kunstwelten und vereint die Idee der demokratischen Abstimmung über Veränderbarkeiten und die konkrete und künstlerische Umsetzung dieser Veränderungen in einer Straße in Neukölln. Ein großer Mehrwert liegt in der Aufhebung der Anonymität eines (kleinen) Teils der Stadt, eines erweiterten Gemeinschaftssinnes und gemeinschaftlichen Entscheidens und Handelns.

Exemplarisch für Berlin als Stadt der Vielfalt und Veränderung wählen wir eine Straße im Umfeld der Schule zur Untersuchung, Beobachtung, Befragung, Untergrabung, Beurteilung, Entwicklung und Gestaltung aus. Ein erster Gang durch die Straße aktiviert die Wahrnehmungsmechanismen der Jugendlichen. Was ist diese Straße? Wer wohnt dort? Die AnwohnerInnen werden befragt, Realitäten und Probleme erfasst, es entsteht ein Bild, eine Statistik der Straße. Die Anregungen der AnwohnerInnen und eigene Eindrücke werden zu Ideen der Veränderung ausgearbeitet, die von sozialen Arbeiten bis zu unrealisierbaren Utopien reichen können – Ziel sind phantasievolle Visionierungen und ein Bewusstsein für deren mögliche Umsetzbarkeit. In einem „Fliegenden Parlament“ werden die finalen Vorschläge gemeinsam mit den NachbarInnen abgestimmt. Es folgt deren Umsetzung, im Idealfall durch Jugendliche und AnwohnerInnen. Abschließend wird mit den Mitteln des Reenactment Distanz und Reflektion des Erlebten als theatrale Performance mit biografischen Elementen gezeigt.

„Meine Schule ist die Straße“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Sophiensaele mit den Künstlern Lajos Talamonti und Verena Schonlau und dem Leonardo-da-Vinci-Gymnasium in Neukölln. Das Projekt ist unter 123 eingereichten Projektanträgen mit 49 weiteren ausgewählt worden und wird gefördert über den Projektfonds Kulturelle Bildung. Die Schule unterstützt das Projekt mit weiteren Eigenmitteln.
Die Präsentation des Ergebnisses findet im kommenden Sommer in den SOPHIENSÄLEN in Mitte statt. Eine Zwischenpräsentation von ersten Ergebnissen zeigen wir im Dezember in der Aula der Schule. Die Einladung erfolgt auch über diese Homepage.