Am 3. Juli 2015 verabschiedeten Gäste aus verschiedenen Gremien der Politik und Verwaltung des Landes Berlin und des Bezirks Neukölln, Gäste aus dem aktiven oder ehemaligen Berliner Schulleben, Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Kolleginnen und Kollegen unseren Schulleiter Herrn Frank in den Ruhestand.

Auszüge aus der Rede des Kollegiums zur Verabschiedung Herrn Franks

Lassen Sie uns gemeinsam auf ein erfülltes und erfolgreiches Berufsleben im Dienst der Berliner Schule zurückblicken und Herrn Frank hier und heute stellvertretend für alle, deren Wegbegleiter er war, denen er Lehrer und Erzieher, Kollege oder Vorgesetzter war, Dank und Wertschätzung entgegen bringen.

Frau TammeWie haben wir ihn in diesen Jahren erlebt? Wie gestaltete er die geschätzte Atmosphäre, die dazu beitrug, dass wohl kaum ein Kollege aus Gründen der Unzufriedenheit oder des Zerwürfnisses in dieser Zeit die Schule verließ?

Herr Frank ist ein Schulleiter, der den Raum nicht körperlich ausfüllt, der nicht in der Manier eines Feldherren auftritt – eher ein unauffälliger, leiser Dirigent, der kompetent, wach, taktisch geschickt, schlau und bewundernswert konditioniert seine Vorhaben durchsetzt.

Er ist auf eine einzigartige Weise präsent – dabei nahbar, ansprechbar – auch kurz mal auf dem Flur in der Pause – ohne Termin. Er hört aufmerksam zu, überlegt und wägt ab – schnell, aber ohne zu „Schnellschüssen“ zu neigen. Seine Reaktionen sind unaufgeregt, verständnisvoll, lebenserfahren und warmherzig, ohne überflüssige Worte und oft von einer Art Diplomatie – die sich erst später als ausgesprochen klug und vorausschauend empfiehlt.

Das Kollegium hat gut daran getan, sich einem solchen Kapitän anzuvertrauen, der seine Crew auch um so manche schulpolitische Klippe der vergangenen Jahre sicher manövriert hat. Dabei hat er durchaus auch Kursänderungen zugelassen, weil ihm die Tragfähigkeit von Entscheidungen im Kollegium wichtig ist und er die Teamarbeit mit und unter Kollegen sehr schätzt.

Herr_FrankEs ist bekanntlich die hohe Kunst der Personalführung, selbst bei zwingend erforderlicher Kritik immer einen positiven Ansatz zu finden, dem anderen seine Stärken aufzuzeigen und ihm das Gefühl zu geben, dass er trotz allem wertgeschätzt wird. Das hat Herr Frank stets so gelebt, diese grundsätzliche Achtung des Menschen ist tief in seiner Persönlichkeit verankert und das hat er auch so weitergegeben.

Er hat Generationen von Lehrern mit geformt, sie auf ihrem Weg in den Beruf begleitet und ihnen Chancen eröffnet – mehrere Generationen seiner ehemaligen Referendare sind heute auch Teil des Kollegiums dieser Schule. Chancen hat er auch jenen eröffnet, die bereits als berufserfahrene Kolleginnen und Kollegen neu an die Schule kamen oder die sich neuen Herausforderungen zuwenden wollten oder auch jenen, die sich in den frühen 90er Jahren daran machten, ihre bisherigen beruflichen und Lebenserfahrungen mit den Grundsätzen und Gegebenheiten einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft und Schule zu verknüpfen.

Im Mittelpunkt stehen für ihn aber immer die Schülerinnen und Schüler. Sie in ihrer Entwicklung zu begleiten, ihnen nahezubringen, worauf es im Leben ankommt, ihnen Wissen und Kompetenzen zu vermitteln und in ihnen Begeisterung für das Lernen, das Forschen und Entdecken, zu wecken – das liegt ihm am Herzen. Dabei nimmt er sie, ihre Interessen und Anliegen ernst, überträgt ihnen gern Verantwortung – vertrauensvoll – wenn es aber sein muss, auch mit Strenge in seiner schon beschriebenen ruhigen und bestimmten Art.

Lieber Herr Frank, wir danken Ihnen für die gemeinsame Zeit und wünschen Ihnen zugleich, dass Sie das berühmt-berüchtigte „tiefe Loch“, in das man zu Beginn des Ruhestands fallen kann, überspringen mögen – die sportliche Kondition dafür haben Sie! – und dass Sie neue Betätigungsfelder entdecken und neue Ziele anstreben können und das noch lange bei guter Gesundheit und mit viel Freude.



Neben der „offiziellen“ Verabschiedung gab es am 14. Juli noch eine Verabschiedung durch die Schülerinnen und Schüler. Herr Frank wurde aus seinem Büro mit verbundenen Augen „entführt“ und auf der Schulstraße warteten schon – ruhig, damit er nichts merkte – alle Schüler auf ihn. Dann wurde er durch das Gebäude bis zu einer Bühne geführt, wo ihn ein Kurzkonzert erwartete. So konnte er sich von allen verabschieden, erhielt noch Bilder von den Schülern und Blumen von unserer Willkommensklasse.



© Redetext by S. Tamme
© Text Schülerabschied by A. Rinklake
© Fotos by A. Rinklake und K. Gall