Ein Stipendium? Eliteförderung an der LdV?

Ja: Jedes Jahr ist es den Schulen, die zur allgemeinen Hochschulreife führen, möglich, pro angefangene 50 Abiturientinnen und Abiturienten maximal einen Absolventen für die Studienstiftung des deutschen Volkes vorzuschlagen.

Die LdV nimmt seit Jahren regelmäßig dieses Vorschlagsrecht wahr – des Öfteren mit Erfolg. Die Vorgeschlagenen wurden zu dem sehr umfangreichen Auswahlverfahren eingeladen und mancher hat es sogar geschafft, die sehr hohen Hürden zu nehmen und in das Förderprogramm aufgenommen zu werden.

Gefördert werden in diesem einzigen deutschen Begabtenförderwerk, das politisch, konfessionell und weltanschaulich unabhängig ist, besonders begabte, weltoffene sowie gesellschaftlich engagierte Studierende und Doktoranden. Unter www.studienstiftung.de befinden sich alle Informationen.

Hier soll heute eine unserer Abiturientinnen des Jahrgangs 2014/15 vorgestellt werden, die diese hohen Hürden genommen hat.

Emine Kütle und Tim Kuhn von der SV der LdV sprachen mit Viktoria Reich:

Tim & Emine: Viktoria, bevor wir zu deinen Erfahrungen mit der Studienstiftung des deutschen Volkes kommen, würden wir gerne ein wenig über dich erfahren.

Viktoria: Ich bin 19 Jahre alt und habe vor 1 ½ Jahren mein Abitur am Leo gemacht. Zurzeit studiere ich Medizin an der Charité.

T & E: Wolltest du schon immer Medizin studieren?

V: Die Idee kam mir eigentlich erst in meinen beiden letzten Schuljahren. Nach dem Abitur habe ich dann noch ein Praktikum in einem Berliner Krankenhaus absolviert, was mich in meinem Beschluss bestärkt hat, Medizin zu studieren.

T & E: Medizin ist einer der Studiengänge, bei dem der Numerus Clausus fast konstant bei 1,0 liegt. Darf man fragen, mit welchem Notendurchschnitt du das Abitur abgeschlossen hast?

V: Obwohl ich es selber nicht vermutet hätte, habe ich wirklich 1,0 als Abiturnote gehabt.

T & E: Würdest du sagen, dass das ausschlaggebend für das Erhalten dieses Stipendiums war? Oder gibt es andere wichtige Voraussetzungen, die die Bewerber vorweisen sollten ?

V: Ich habe zwar in meinem Annahmeschreiben keinerlei Begründungen bekommen, weshalb ich ausgewählt wurde, jedoch glaube ich, dass Kreativität, soziales Engagement und auch mehr zu tun, als von einem gefordert wird, entscheidend sind.

T & E: Könntest du uns kurz skizzieren, wie das Verfahren von der Bewerbung bis zur endgültigen Annahme aussah?

V: Zuallererst wurde ich von unserer Schule angemeldet. Anfang Oktober habe ich dann meine Bewerbung mit einem dreiseitigen Lebenslauf abgeschickt. Diesen sollte man am Besten von jemand anderem noch Korrekturlesen lassen. Schon Ende Oktober habe ich dann die Zusage zu einem Auswahlwochenende in Magdeburg bekommen. Rund 50 junge Menschen nehmen an einem solchen Wochenende teil. Diese werden in 6er-7er Gruppen eingeteilt. Es gab sowohl Einzelgespräche, als auch Gruppendiskussionen. Jeder musste dabei jeweils einen Vortrag von exakt 7 Minuten halten. Daraufhin wurde dann 20 Minuten diskutiert.

T & E: Daraus schließend, was du gerade gesagt hast, ist das Diskutieren eine Fähigkeit, die beobachtet wird. Was denkst du ist ansonsten noch von Bedeutung? Welches Wissen aus den einzelnen Schulfächern hat dir wohl am meisten geholfen?

V: Ich denke, es ist wichtig sich in Politik und Geschichte auszukennen. Es wird von einem erwartet, dass man ein umfangreiches Allgemeinwissen hat.

T & E: Wie würdest du die Atmosphäre während des Wochenendes beschreiben?

V: Sie war sehr seltsam. Es waren zwar alle sehr nett zueinander, aber man wusste auch, dass gerade jeder für sich selbst kämpft. Wenn ich ehrlich bin, stand ich das ganze Wochenende unter einem immensen Druck. Der Tag war sehr straff durchgeplant und am Abend sind wir alle nur noch ins Bett gefallen.

T & E: Es scheint, als hätte man euren Stresspegel testen wollen. Nun aber wohl zum interessantesten Teil: Was bietet dir dieses Stipendium und was wird weiterhin von dir gefordert?

V: Ich bekomme eine monatliche Unterstützung von 300 Euro. Natürlich ist der finanzielle Teil wichtig, jedoch bietet dieses Stipendium noch viel mehr. Als Teilnehmer dieses Programms hast du die Möglichkeit an Sommerakademien teilzunehmen. Diese finden meist in Deutschland, aber auch im Ausland statt. Je nach Studienrichtung gibt es verschiedene lehrreiche Veranstaltungen. Die Stiftung übernimmt hierbei einen Teil der Kosten.

T&E: Dieses Stipendium könnte sich sicherlich später auch sehr positiv auf deinen Lebenslauf auswirken. Immerhin nimmt die Stiftung vergleichsweise nur wenige der Bewerber in ihr Programm auf. So wurden im Jahre 2014 nur rund 1.260 von 5.280 Bewerber deutschlandweit für ein Stipendium ausgewählt.

V: Zu meinem jetzigen Zeitpunkt kann ich nur relativ wenig dazu sagen. Erstmal möchte ich mein Medizinstudium gut absolvieren.

T&E: Was würdest du unseren Mitschülern noch zum Schluss raten?

V: Wenn du wirklich etwas erreichen willst, dann musst du es wollen. Egal, ob du dieses Stipendium oder ein Medizinstudium oder auch etwas anderes anstrebst, tu etwas dafür und es wird sich lohnen.


Beitragsbild von rechts nach links: Viktoria Reich, Emine Kütle und Tim Kuhn