Mit einer kleinen Gruppe von 13 Schülern und Schülerinnen des zweiten Semesters, geleitet von Frau Gagel und Frau Brattig, haben wir in diesem Jahr wieder das Inch House Irish Studies Centre auf Inch Island in Donegal besucht. Es liegt direkt an der Grenze zwischen der Republik Irland und dem zu GB gehörenden Nordirland nahe der Stadt Derry.

Die bei uns schon fast in Vergessenheit geratenen „Troubles“ , die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts, standen im Mittelpunkt des Programms. Wir haben sehr eindrucksvolle persönliche Vorträge von Zeitzeugen beider Seiten gehört und wurden von ihnen auch durch die Stadt Derry geführt. Dort sind die Spuren des Konflikts noch sehr präsent, zum einen durch die politischen Wandmalereien („Murals“) in der Bogside, zum anderen durch die hermetisch abgegrenzte protestantische Enklave The Fountain mitten in der Stadt. Viele Initiativen in Derry beschäftigen sich mit der Aufarbeitung der Folgen des Konfliktes , so zum Beispiel das Pat Finucane Centre, das den Familien der Opfer rechtlichen Beistand gewährleistet, oder das Verbal Arts Centre und das „Playhouse“, die sich um die Integration katholischer und protestantischer Kinder und Jugendlicher bemühen. Die Arbeit dieser Organisationen konnten wir kennenlernen.

Das Programm umfasste aber auch touristische Highlights wie eine Fahrt zum Giant‘s Causeway oder zum Glenveagh National Park, die uns Einblicke in die atemberaubende Landschaft des irischen Nordens ermöglichten, sowie den Besuch eines Musikfestivals im Nachbarort Buncrana. Dort konnten wir die irische Leidenschaft für Musik miterleben, als sich trotz des unbeständigen Wetters ganze Familien vom Kleinkind bis zu den Großeltern von den Whistling Donkeys mitreißen ließen.

Besonders erwähnenswert ist vor allem auch die irische Gastfreundschaft, mit der wir im Inch House verwöhnt worden sind. In unserem gemütlichen Haus wurden wir großzügig mit frisch zubereiteten Mahlzeiten bewirtet, die Programmgestaltung war auf unsere Wünsche zugeschnitten und entsprechend flexibel – und der morgendliche Blick auf Schafherden und der tägliche Abendspaziergang zum Shell Beach waren inklusive. Wir hoffen, dass das Inch House Irish Studies Centre trotz des Brexit seine einzigartige Arbeit fortsetzen kann und noch viele Schülergruppen des LdV dort zu Gast sein können.