
"113 junge Menschen sitzen vor uns, die heute das Zeugnis der Reife überreicht bekommen.
Sie sind unsere diesjährige Ernte. Die Früchte unserer Arbeit. Vor sieben oder acht Jahren kamen sie als junge Sprösslinge aus einer Grundgärtnerei wie der am Sandsteinweg, am Regenweiher, an den Achterhöfen oder am Wildhüterweg. Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr haben wir sie gedüngt mit Vokabeln und Formeln, begossen mit Hausaufgaben und Lektüren, manchmal gestutzt mit Tests oder Klausuren.
Einige mussten wir im Laufe der Jahre umpflanzen in andere Zweige, und ich hoffe, dass sie dort auch gute Früchte tragen. Eine Reihe von Ihnen hatten Schwächephasen und brauchten nach dem Umtopfen in einen anderen Raum ein oder zwei Jahre länger, um zu gedeihen. Es war nicht immer einfach, denn manche oder mancher vertrug nicht so viel Dünger, andere dafür brauchten mehr Wasser und einige taten sich schwer, morgens überhaupt die Blüten zu öffnen, um die Wachstumsangebote anzunehmen. Nicht alle von ihnen haben es zur vollen bestmöglichen Blütepracht gebracht, denn es gab Zeiten geringeren Wachstums, Fälle von Winterstarre selbst in warmen Jahreszeiten oder Befall von Schädlingen außerhalb unseres Gartens, die sie von der Reife abzulenken versuchten ..."
Mit diesen Worten begann die Begrüßungsrede von Herrn Frank anlässlich der Abiturverleihung am 26. Juni 2009 im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Verwandten der Abiturientinnen und Abiturienten genossen einen unterhaltsamen Abend mit Ansprachen, Musik und viel Humor. Aber trotz aller Darbietungen standen natürlich die Schülerinnen und Schüler, die das Abiturzeugnis verliehen bekamen, im Mittelpunkt. Über den Abend verteilt wurden sie auf die Bühne gebeten und bekamen das, worauf sie seit Jahren hin arbeiteten: das Abiturzeugnis!
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