LERNEN, SPASS UND SCHOCKOLAD

Ein Jahr als Austauschschülerin 2004/2005

Ich bin Austauschschülerin in Schweden auf der schönen Insel Gotland, inmitten der Ostsee.

Es ist unbeschreiblich, wie man sich als Austauschschüler fühlt, es ist einfach wunderbar: Am Anfang war alles neu und ungewohnt, ist ja klar, das Essen, die Gewohnheiten, die Familie, die Schule und natürlich die Sprache. Ich konnte so gut wie kein Schwedisch als ich hergekommen bin, aber hier kann fast jeder Englisch und die Verständigung war meist kein Problem, auch wenn es in den ersten Monaten ziemlich anstrengend war. Mit der Zeit habe ich mich auch ins Schwedische eingehört, es gibt relativ viele Wörter, die im Deutschen ähnlich sind, und darum konnte ich recht schnell den größten Teil verstehen, jetzt bin ich schon über fünf Monate hier und spreche fast nur noch Schwedisch, auch wenn es viele Fehler enthält. Es macht einfach Spaß und die anderen sehen, dass ich mir Mühe gebe, ihre Sprache zu lernen.

Am Anfang gab es einige Missverständnisse, aber alles hat sich leicht geklärt, nur dass der Kuchen, den ich gebacken hatte, etwas salzig war, ließ sich nicht ändern (hatte aus Versehen salzige Butter gekauft). Dafür hatte ich auch ziemlich viele Erfolgserlebnisse, als ich dann beim Bäcker einkaufen konnte, als ich mich mit jemanden, den ich nicht kannte, an der Bushaltestelle unterhalten habe und als ich dann sogar auf Schwedisch telefonieren konnte - und alle haben mich verstanden! Bevor ich nach Schweden gekommen bin, wusste ich nicht allzu viel darüber, nur, dass ich es mag, da ich schon einmal im Urlaub hier war, aber in einer ganz anderen Ecke, und dass ich es besser kennen lernen möchte.

Es war die richtige Entscheidung, ein Jahr weg zu gehen, einfach Spaß und Abwechslung zu haben und neue Leute kennen zu lernen. Ich habe natürlich viele Schweden getroffen, aber auch andere Austauschschüler aus der Slowakei, aus Neuseeland und aus Kanada.

Außerdem habe ich sehr viel über Schweden gelernt, über die Menschen, die so freundlich und offen sind und über Feste, wie Weihnachten und Lucia und dass es keinen Nikolaus gibt.

Und natürlich über das Schulsystem, dass es keine Halbjahreszeugnisse gibt und warum die Schweden besser in der Pisa-Studie sind.

Etwas über die Politik und den König und über die Beziehungen zu anderen Ländern. Was mich am meisten interessiert, ist die Beziehung zu Deutschland, denn was hören wir in Deutschland über die Beziehung zu Schweden - nicht viel.

Hier gibt es viele Produkte aus Deutschland, z.B. Schwarzbrot und Nutella, es sind so kleine Dinge, die mich an zu Hause erinnern und die ein Gefühl von Heimat geben und falls ich doch mal Heimweh habe, hilft viel Schokolade. Aber Heimweh kommt und geht wie der Wind und ich bin meistens super glücklich.

Ich habe eine ganz nette Familie, die mir Schwedisch beigebracht hat und die mich das schwedische Familienleben leben lässt und die mir immer hilft, wenn ich Hilfe brauche und die mir alle meine Fragen (über Schweden) beantwortet.

Es liegt an mir, wie mein Jahr weiter geht und dass es so schön bleibt, wie es ist und der Schlüssel dazu liegt in der Kommunikation, der Offenheit und der Freundlichkeit.

Svenja, 30.01.2005

 

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