Wie entsteht eigentlich die Zeitung?
Die Klasse 8.5 besucht die Redaktion der BERLINER MORGENPOST
am Mittwoch, den 25.3. 2009
Es herrscht zwar ziemlich stickige Luft, doch treffen alle Redakteure mit guter Laune im Konferenzraum ein. Zeit für die alltägliche 12 Uhr- Konferenz, hier wird die Zeitung des vorherigen und des folgenden Tages besprochen. Die Konferenz beginnt also mit einer Blattkritik der gestrigen Zeitung, die immer eine Person hält, die die letzte Zeitung aufmerksam gelesen hat. Es werden drei gute, und drei negative Kritiken abgegeben.
Die Zeitung besteht aus verschiedenen Rubriken und jeder der Redakteure schreibt nur für seine Rubrik, z.B. Wirtschaft, Politik, Lokales.
Die Nachrichten werden täglich von mehreren tausend Agenturen mit mehreren tausend wichtigen oder weniger wichtigen Nachrichten, aus denen gemeinsam mit weiteren Recherchen dann die eigentlichen Artikel entstehen.
In der Konferenz werden sie besprochen. Ideen werden mitgeteilt und Verbesserungsvorschläge angebracht. Die Zeitung ist nach gewissen „Faustregeln“ aufgebaut:
Neben den Anzeigen, also der Werbung, die sich in jeder Zeitung befinden, und auf einem Plan eingetragen sind, den jeder Redakteur vor sich hat, stehen etwa 400 Zeilen pro Seite zur Verfügung. Die Wichtigkeit einer Nachricht bestimmt die Länge des Artikels. Freie Mitarbeiter, die keine Festanstellung haben, erhalten 88 Cent pro Zeile. Die meisten Redakteure sind jedoch fest angestellt und erhalten ein festes Gehalt.
Die Morgenpost an sich besteht seit 1898. Sie von einer jüdischen Familie gegründet. 1933 wurde diese jedoch von den Nationalsozialisten enteignet. Nach dem Zweiten Weltkrieg kaufte Axel Springer die Zeitung 1956 und übernahm den Namen Morgenpost. 1960 übernahm er den gesamten Verlag. Lange war sie Deutschlands größte Zeitung gewesen, daran konnte sie bis heute trotz der 450.000 Leser am Tag nicht mehr anknüpfen.
Veränderungen der Zeitung, bzw. der Artikel sind bis zum Redaktionsschluss um 20.00 Uhr möglich, denn um 20.30 Uhr wird die Frühform der Zeitung gedruckt, die jedoch hauptsächlich außerhalb Berlin ausgeliefert wird. Denn sollten nach Redaktionsschluss noch Änderungen notwendig werden, gibt es um 22.30 einen zweiten Druck, der dann vor allem aktuelle Sportnachrichten, wie beispielsweise das Ergebnis eines Boxkampfes enthält, in Notfällen kann sogar bis um 24.00 Uhr gedruckt werden. Manche Zeitungen erzählen dann eben schon von dem Boxkampf, die Frühform halt nicht. Gar nicht gedruckt, wurde eine Zeitung noch nie. „Wir müssen ja sehen, dass wir die Kunden auch bedienen“, sagt der leitende Redakteur. Die Kunden erhalten die Berliner Morgenpost in Kiosken oder bei sich zu Hause, sofern sie ein Abonnement haben. Sofort nach dem Drucken werden die Zeitungen verpackt und ausgeliefert, da eine unzuverlässige Zustellung den Ruf der Zeitung gefährden könnte.
Wer für die Berliner Morgenpost schreiben möchte, muss sich auf einen 8-Studen Arbeitstag an fünf Tagen die Woche einstellen, oft aber auch mehr, wenn wichtige Artikel fertig werden müssen. Es wird im Schichtdienst gearbeitet, damit rund um die Uhr Redakteure anwesend sind, um über wichtige Neuigkeiten zu schreiben, dadurch besteht ein hoher Personalbedarf. Dennoch bewerben sich pro Jahr etwa 2.000 Menschen an der Redakteursschule, nur 40 von ihnen jedoch erhalten auch einen Platz. Vorraussetzungen dafür sind das Abitur und ein Studium, das auch 99,9% der Redakteure absolviert haben. Außerdem ist es von Vorteil, teamfähig zu sein, da hauptsächlich gemeinsam gearbeitet wird. Natürlich besitzt die Morgenpost auch brillant schreibende „Einzelgänger“, wie unser Interviewpartner sie bezeichnet. Hart kann die Arbeit schon sein, das Arbeitsklima jedoch ist recht angenehm. Natürlich wird alles kontrolliert, doch wird auch mal übersehen, wenn die Füße auf den Tisch gelegt werden.
Wenn ihr das Bild oben rechts anklickt, könnt ihr euch 20 Fotos von unserem Ausflug ansehen.
Stephanie Koglin, Klasse 8.5 (März 2009)